Noch eine Geheimsitzung: Baukollegium tagte auch zum Checkpoint Charlie | von Ulrich Paul

Die aus Sicht der Initiative „Checkpoint Charlie erhalten“ wichtigste Information findet sich am Ende des Artikels: In der Sitzung des Abgeordnetenhauses Berlin am Donnerstag, den 01.12.2022 haben die Abgeordneten mit großer Mehrheit dem Kauf der beiden Grundstücke rechts und links der Friedrichstraße durch das Land Berlin zugestimmt. Auf diesen beiden Grundstücken wird nach dem aktuellen Stand des „Dialogverfahrens Checkpoint Charlie“ der Bildungs- und Erinnerungsort errichtet. Die übrigen Grundstücksteile werden von einem Investor gekauft, der nach Informationen der Berliner Zeitung an mindestens einer bisher teilweise geheim gehaltenen Sitzung des Baukollegiums am 16.05.2022 teilgenommen hat. Von dieser Sitzung waren bisher nur die Tagesordnungspunkte „Schumacher Quartier“ und „Projekt Adenauerplatz“ öffentlich bekannt. Der Redakteur Ulrich Paul hat erst kürzlich von einer „Geheimsitzung“ am 23.08.2021 zum SIGNA-Projekt am Kurfürstendamm berichtet. Entgegen der Geschäftsordnung des Baukollegiums scheinen „Geheimsitzungen“ kein Ausnahmefall zu sein. Gegen diese fragwürdige Praktik sprechen sich im Artikel die stadtentwicklungspolitische Sprecherin der LINKEN, Katalin Gennburg sowie der stadtentwicklungspolitische Sprecher der GRÜNEN, Julian Schwarze, aus.

Artikel in der Berliner Zeitung vom 01.12.2022 (Online-Ausgabe)

Lösung für den Checkpoint Charlie – Entspekuliert | von Uwe Rada

Der TAZ-Redakteur Uwe Rada hat seit Beginn des Beteiligungsverfahrens „zukunft cpc“ in Jahr 2018 mehrere Artikel zum Checkpoint Charlie verfasst. Sein Artikel beginnt mit der Aussage „Selten hat sich das Warten so gelohnt“, womit er ganz sicher die Stimmungslage vieler Unterstützer:innen einer denkmalgerechten Entwicklung des Bildungs- und Erinnerungsortes Checkpoint Charlie trifft. Herr Rada beschreibt, wie durch die Unterschutzstellung des Bereichs Friedrichstraße/Zimmerstraße durch das Landesdenkmalamt und einen „Brandbrief“ der Architektin Theresa Keilhacker, des ehemaligen Kultursenators Thomas Flierl und des damaligen Landeskonservators Jörg Haspel „erste Weichen“ für die Aufstellung des Bebauungsplanes 1-98 (Checkpoint Charlie) gestellt wurden. In diesem Bebauungsplan sind auf der Westseite der Friedrichstraße ein „Stadtplatz“ vor der Brandwand Mauerstraße 93 und auf der Ostseite ein „Bildungs- und Erinnerungsort zum Kalten Krieg“ festgesetzt. Diese beiden Teilgrundstücke hat das Land Berlin nach Aussage des Finanzsenators Daniel Wesener (Bündnis 90/Die Grünen) gekauft.

Artikel in der TAZ vom 26.10.2022 (Online-Version)

Bildungs- und Erinnerungsort geplant: Land Berlin kauft zwei Grundstücke am Checkpoint Charlie

Basierend auf einer Meldung der Nachrichtenagentur „dpa“ berichtet der Tagesspiegel, dass die Senatsverwaltung für Finanzen am Checkpoint Charlie einen Kaufvertrag für zwei Teilgrundstücke östlich und westlich der Friedrichstraße abgeschlossen hat. Nach Aussage des Berliner Finanzsenators Daniel Wesener (Grüne) ist „der Erwerb der beiden Flächen für das Land Berlin eine große stadtentwicklungspolitische Chance“. Gemäß dem Bebauungsplan 1-98 (Checkpoint Charlie) sind auf diesen Teilgrundstücken ein Bildungs- und Erinnerungsort zum Kalten Krieg (Ostgrundstück) und ein „Stadtplatz“ vor der denkmalgeschützten Brandwand „Mauerstraße 93“ geplant.

Artikel im Tagesspiegel vom 25.10.2022 (Online-Version)

Geplanter Erinnerungsort am Checkpoint Charlie: Bürger dürfen mitreden | von Ulrich Paul

In diesem Artikel berichtet der mit dem Planungsprozess am Checkpoint Charlie vertraute Redakteur Ulrich Paul über den Start des Dialogverfahrens zur Ausgestaltung des Bildungs- und Erinnerungsortes am 04.10.2022 in der „Forum Factory“ in Berlin-Kreuzberg. Bei diesem Verfahren spielen die denkmalgeschützten Brandwände Mauerstraße 93 (Westgrundstück) und insbesondere Zimmerstraße 79-81 (Ostgrundstück) eine wichtige Rolle. Vor der Brandwand Zimmerstraße 79-81 liegt die im Bebauungsplan 1-98 festgesetzte Gemeinbedarfsfläche, auf der eine Neubebauung möglich ist, die „ganz oder teilweise“ an diese Brandwand heranrückt. Im Artikel wird auch auf das Vorkaufsrecht des Landes Berlin hingewiesen, das nach Anfrage bei der Senatsverwaltung für Finanzen ausgeübt werden könnte, sofern zwischen einem Grundstückskäufer und dem Insolvenzverwalter ein Kaufvertrag abgeschlossen wird.

Artikel in der Berliner Zeitung vom 29.09.2022 (Online-Version)

Checkpoint Charlie – Dialogverfahren zum Bildungs- und Erinnerungsort startet

Mit dieser Pressemitteilung informiert die federführende Senatsverwaltung über das „Dialogverfahren“, das der Konkretisierung des Erinnerungsortes am Checkpoint Charlie und den daraus resultierenden städtebaulichen Rahmenbedingungen dienen soll. Mit dem Bebauungsplan 1-98 (Checkpoint Charlie) wurde auf der östlichen Seite der Friedrichstraße/Ecke Zimmerstraße eine ca. 1.100 m2 große Gemeinbedarfsfläche festgesetzt, auf der laut Bebauungsplantext ein „Bildungs- und Erinnerungsort zur Geschichte des Checkpoint Charlie als Ort der deutschen Teilung und ihrer internationalen Dimension“ entstehen soll. Für dieses Dialogverfahren sind vier Veranstaltungen vorgesehen:

Auftaktveranstaltung am Dienstag, 4.10.2022, von 17 bis 20 Uhr in der Forum Factory, Besselstraße 13-14

Zwischenpräsentation am Donnerstag, 10.11.2022 von 17 bis 20 Uhr in der Forum Factory.

Planungswerkstatt Ende November (Termin noch offen)

Ergebnispräsentation am Dienstag, 24.01.2023 von 17 bis 20 Uhr in der Forum Factory.

Hier der vollständige Text der Pressemitteilung:

Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen vom 28.09.2022

Investment trifft Erinnerung: Die verzwickten Verhandlungen um Bauland am Checkpoint Charlie | von Ralf Schönball

In diesem Tagesspiegel-plus-Beitrag (mit Abo lesbar) befasst sich der mit den Entwicklungen am Checkpoint Charlie bestens vertraute Redakteur Ralf Schönball mit dem seit einigen Tagen kursierenden Gerücht, dass der Insolvenzverwalter Torsten Martini am heutigen Donnerstag einen Grundstückskaufvertrag mit dem Projektentwickler „Gold-Punkt-Stein“ aus Frankfurt am Main abschließen will. Über das Interesse dieser Immobilienfirma hat erstmals die B.Z. am 06.10.2021 berichtet. Die Anfragen beim Insolvenzverwalter und der Senatsverwaltung für Finanzen haben ergeben, dass aufgrund der „komplexen Gemengelage“ noch geraume Zeit bis zu einem Grundstücksverkauf ins Land gehen wird. In den nächsten Monaten sollte nach Ansicht der Präsidentin der Architektenkammer Berlin, Theresa Keilhacker, unbedingt der Ankauf der Gemeinbedarfsfläche durch das Land Berlin geprüft werden. Auf dieser Fläche sieht der Bebauungsplan 1-98 einen „Bildungs- und Erinnerungsort“ zum Kalten Krieg vor. Hier besteht noch erheblicher Diskussionsbedarf insbesondere wegen der Anordnung des geplanten Museums, das bei Ausnutzung der im Bebauungsplan festgesetzten Nutzungsmaße große Teile der denkmalgeschützten Brandwand Zimmerstraße 79/80 verdecken würde.

Tagesspiegel+ vom 04.05.2022 (Online-Version, zugangsbeschränkt)

Dieser Ort verdient Gestaltung | Gastbeitrag von Theresa Keilhacker, Thomas Flierl und Christoph Sommer

Die mit dem Planungsverlauf am Checkpoint Charlie vertrauten Autor:innen befassen sich in ihrem Gastbeitrag mit dem Diskurs um die Gestaltung des Checkpoint Charlie, wo ursprünglich die „Trockland Gruppe“ ein Großprojekt mit Hotelnutzung geplant hatte, mit dem die Leer-Flächen am Checkpoint Charlie fast komplett überbaut worden wären. Nach Widerspruch aus Teilen der Landespolitik und der Zivilgesellschaft wurde der Bebauungsplan 1-98 (Checkpoint Charlie) beschlossen. Mit diesem Plan wird ein Stadtplatz vor der raumprägenden Brandwand „Mauerstraße 93“ gesichert. Gegenüber soll auf einer ca. 1.200 m2 großen Gemeinbedarfsfläche ein Erinnerungsort an den Kalten Krieg in Form eines Museumsbaus entstehen, der erhebliche Teile der denkmalgeschützten Brandwand Zimmerstraße 79/80 verdecken würde.  Zur Gestaltung dieses Erinnerungsortes soll gemäß Koalitionsvertrag des Senats ein „diskursiver Prozess“ stattfinden. Bisher hat man dazu aus der von Dr. Klaus Lederer geführten Senatsverwaltung für Kultur und Europa nichts Konkretes vernommen. Die Autor:innen mahnen deshalb u.a. an, dass der Senat einen Gestaltungswettbewerb für diesen besonderen Ort in die Wege leitet.

Gastbeitrag in „Bauwelt“ vom 26.04.2022

Erinnerungsort in Berlin – Warum am Checkpoint Charlie ein Museum des Kalten Kriegs entstehen sollte | von Andreas Etges, Amélie zu Eulenburg, Hanno Hochmuth und Christian Ostermann

Dieser Artikel bezieht sich unmittelbar auf dem am 30.10.2021 im Tagesspiegel (Printversion) veröffentlichten Gastbeitrag von Theresa Keilhacker, Thomas Flierl und Christoph Sommer, in dem sich diese Autor*innen gegen einen Museumsbau wenden, der die raumprägende „Brandwand Zimmerstraße“  weitgehend verdeckt. Andreas Etges, Amélie zu Eulenburg und Hanno Hochmuth sind die neu gewählten Vorstände des Vereins „Zentrum Kalter Krieg – Ausstellung am Checkpoint Charlie“. Im (zugangsbeschränkt auf Tagesspiegel-plus) erschienenen Beitrag konstatieren sie zunächst „Handlungsbedarf“, d.h. eine Weiterentwicklung in einer dem Checkpoint Charlie „würdigen Art und Weise“, wozu auch das Museum des Kalten Kriegs „als Schlussstein des Gesamtkonzepts“ gehört. Der Gastbeitrag schließt mit einem Aufruf an die Gegner*innen der Museumsplanung, „nicht gegeneinander zu arbeiten, sondern die große städtebauliche und erinnerungspolitische Chance zu nutzen“.

Artikel im Tagesspiegel vom 02.12.2021 (Online-Version, zugangsbeschränkt)

Wie eine Leerstelle zur Lehrstätte wird | Gastbeitrag von Theresa Keilhacker, Thomas Flierl und Christoph Sommer

Die B.Z. hat am 06.10.2021 in einem Artikel mit dem Titel „Millionen-Poker um den Checkpoint Charlie“ darüber berichtet, dass eine Immobiliengesellschaft aus Hessen die zusammen ca. 9.081 m2 großen Grundstücke am Checkpoint Charlie kaufen will, die ursprünglich von der Trockland-Gruppe bebaut werden sollten. Die Autor*innen des Gastbeitrags haben an dem vom Berliner Senat organisierten Beteiligungsverfahren „zukunft cpc“ und natürlich auch an den Diskussionen zum Bebauungsplan 1-98 (Checkpoint Charlie) teilgenommen.

Im Bebauungsplan 1-98 ist neben einem westlich der Friedrichstraße gelegenen „Stadtplatz“ vor der Brandwand des Grundstücks Mauerstraße 93 eine Gemeinbedarfsfläche auf dem Ost-Grundstück festgesetzt worden, auf der nach aktuellem Stand ein „Museum des Kalten Krieges“ entstehen soll. Dafür sind ca. 3.000 m2 Geschossfläche für einen „Bildungs- und Erinnerungsort zur Geschichte des Checkpoint Charlie als Ort der Deutschen Teilung und ihrer internationalen Dimension“ vorgesehen.

Im Gastbeitrag plädieren die Autor*innen für einen (architektonischen) Wettbewerb zur Gestaltung dieses besonderen Ortes. Dabei sollte auch die Problematik des „zu raumgreifenden Museumsbaus“ thematisiert werden.

Gastbeitrag im Tagesspiegel vom 01.11.2021 (Online-Version)

PS: Auf diesen Gastbeitrag ist im Tagesspiegel diese Woche eine Replik von Befürworter*innen des Museumsbaus erschienen, die online am 02.12.2021 veröffentlicht wurde (Tagesspiegel-Plus/zugangsbeschränkt).

Millionenpoker um den Checkpoint Charlie – Das soll jetzt entstehen | von Hildburg Bruns

Im August 2021 hatte der RBB erstmals gemeldet, dass es einen neuen Interessenten für die Neubebauung der Grundstücksbrachen am Checkpoint Charlie gibt. Nun berichtet die BZ-Redakteurin Hildburg Bruns, dass zwischen Herrn Erhard Ellenberger, der Mitgesellschafter einer Firma in Hessen ist, und den Senatoren Dr. Matthias Kollatz (Finanzsenator/SPD) und Sebastian Scheel (Senator für Stadtentwicklung und Wohnen /Die Linke) mehrere Gespräche über die weitere Entwicklung der beiden Grundstücke am Checkpoint Charlie stattgefunden haben. Es soll sogar ein Kaufpreisangebot des Insolvenzverwalters für die insgesamt 9.081 m2 großen Grundstücke vorliegen.

Artikel in der BZ vom 06.10.2021