Verscheuert, Verkitscht, Vergessen | von Gabriela Keller

Die Autorin Gabriela Keller legt mit diesem Artikel eine umfangreiche Recherche nicht nur zum aktuellen Verfahrenstand, sondern auch zu den Hintergründen der am Checkpoint Charlie laufenden Neubauplanung vor. Man findet darin u.a. die Grundbuchauszüge der beiden freien Grundstücke, die Stellungnahmen der Denkmalpflege und eine Darstellung des Unternehmensnetzwerks und der maßgeblichen Akteure des Investors „Trockland“.

Artikel in der Story Berliner Zeitung vom 9. Juli 2018

Streit um Checkpoint Charlie – SPD-Politikerin will Freifläche unbebaut lassen | von Elmar Schütze

Die SPD-Abgeordnete Franziska Becker (die Vorsitzende des für Finanzen zuständigen Hauptausschusses im Abgeordnetenhaus ist) hat zur Überraschung des Redakteurs Elmar Schütze und sicher auch vieler Beobachter*innen der „Causa Checkpoint Charlie“ vorgeschlagen, dass das Land Berlin die derzeit unbebauten Flächen kauft und „der Ort ein vor größeren Veränderungen geschütztes Flächendenkmal wird“. Nach Frau Becker gibt es bislang keine überzeugenden Konzepte für diesen Ort, was übrigens auch beim Kreativworkshop des ehemaligen Kulurstaatssekretärs Tim Renner im August angemerkt wurde. Sowohl die Planungen des Investors „Trockland“ als auch Vorschläge, die Flächen nach Kauf von einer landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft entwickeln zu lassen, werden von Frau Becker abgelehnt. Stattdessen hält sie es schon wegen der zeithistorischen Bedeutung für geboten, den Ort von Bebauung freizuhalten. Da das Land Berlin die Planungshoheit hat, wäre das in einem Bebauungsplan durchaus umsetzbar und würde daneben auch Entschädigungszahlungen des Landes Berlin vermeiden helfen.

Artikel in der Berliner Zeitung vom 02.10.2019 (Online-Ausgabe)

 

 

 

Stadtplanung – Platz da | von Peter Richter

Der Redakteur befasst sich in diesem Artikel nicht nur mit dem Checkpoint Charlie, sondern auch mit der Kulturruine „Tacheles“ und ordnet die nun schon mehr als 20 Jahre dauernde Entwicklung beider Grundstücksbrachen in einen größeren Zusammenhang ein. Sein Fazit lautet, dass sich „in Berlin schon wieder die Fronten zwischen Sozialismus und Kapital verhärten“.  Deutlich wird das für den Autor u.a. in der aktuell laufenden Austellung „1989-2019: Politik des Raums im Neuen Berlin“ im Neuen Berliner Kunstverein, die anhand großer Immobilienprojekte auch die Verkaufspolitik des Landes Berlin seit Anfang der 90er Jahre thematisiert. Zur ehemaligen Grenzübergangsstelle Friedrichstraße, weltweit als „Checkpoint Charlie“ bezeichnet, stellt Herr Richter zunächst den (bekannten) Planungsstatus dar, bevor er den Blick auf einen bisherigen unbekannten Aspekt lenkt: Der Bremer Investor Alexander Ruddat, der Anfang 2019 das gegenüber dem Assisi-Panorama gelegene Grundstück „Zimmerstraße 19“ erworben hat, schlägt vor, das umstrittene „Museum des Kalten Kriegs“ auf seinem Grundstück einzurichten. Damit wären die erheblichen Bedenken der Denkmalschützer vom Tisch und die wichtige Fläche vor der Brandwand „Zimmerstraße 79-80“ könnte von Bebauung freigehalten werden.

Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 20.09.2019  (Onlineausgabe)

 

Kommerz oder Commons? Wie der Checkpoint Charlie zum Ort der Debatte werden kann | von Christoph Sommer

Den näher rückenden Termin des 30-jährigen Mauerfalljubiläums nimmt der Autor als „Aufhänger“, um den aktuellen Stand der Debatte um die Neubauplanung am Checkpoint Charlie mit Schwerpunkt auf dem geplanten „Museum Kalter Krieg“ darzustellen. Im Bebauungsplanentwurf 1-98, der möglichst noch in diesem Jahr festgesetzt werden soll, wird seit Bekanntwerden der Museumsgröße intensiv nicht nur über den Flächenbedarf sondern auch über die Inhalte diskutiert. Hinsichtlich der Inhalte schlägt der Autor, der den Beitrag zusammen mit der Stadtplanerin Theresa Keilhacker und dem ehemaligen Kultursenator Dr. Thomas Flierl verfasst hat, statt eines monothematischen Museums für touristische Einmalbesucher einen „Ort der Debatte“ vor, der auch von den Berlinerinnen und Berlinern frequentiert wird. In Anbetracht der großen Bedeutung des geplanten Bildungs- und Erinnerungsortes für Berlin fordert Herr Sommer eine zügige Prüfung des Ankauf der Flächen für den geplanten Stadtplatz und die Gemeinbedarfsfläche. Abschließend weist Herr Sommer darauf hin, „dass die Auseinandersetzung noch nicht vorbei ist“. Neben der weiteren kritischen Begleitung des Bebauungsplanverfahrens ist es aus seiner Sicht notwendig, eine kulturpolitische und museumsfachliche Debatte zum Auftrag und Konzept des Bildungs- und Erinnerungsortes zu eröffnen.

Artikel in der Berliner Gazette vom 04.09.2019

 

 

 

Bebauungsplan für den Checkpoint Charlie – Kathrin Lompscher offen für Panzer-Vorschlag | von Ralf Schönball

Im Artikel berichtet Herr Schönball von 22 Stellungnahmen zum Bebauungsplanentwurf 1-98 (Checkpoint Charlie). Eine umfangreiche Stellungnahme mit eigenem Planungsvorschlag hat die Gruppe von 12 Kreativen um Tim Renner eingereicht, die u.a. eine deutliche Vergrößerung der Freiflächen sowie eine Reduktion sowohl des Wohnanteils als auch der Flächen für das „Museum des Kalten Kriegs“ fordert. Eine zweite Gruppe um die Architektin Theresa Keilhacker und den ehemaligen Kultursenator Dr. Thomas Flierl, die als Fachexpert*innen am Beteiligungsprozess „Zukunft Checkpoint Charlie“ beteiligt waren, haben ebenfalls eine Stellungnahme eingereicht. Darin wird u.a. die Festlegung zum  „Inhalt des Museums“ kritisiert sowie zur nachhaltigen Sicherung der Planungsziele die „Prüfung der Übernahme der Flächen durch das Land Berlin“ gefordert. Abschließend zitiert Herr Schönball die für das Bebauungsplanverfahren zuständige Senatorin Kathrin Lompscher, die sich gegenüber dem Vorschlag der „Gruppe Renner“, zwei Panzer am Gedenkort zu postieren, aufgeschlossen zeigt.

Artikel im Tagesspiegel vom 23.08.2019 

 

Panzer am Checkpoint Charlie? Tim Renner mit ungewöhnlichem Vorschlag | von Patrick Goldstein

Die Frist für Stellungnahmen zum Bebauungsplan 1-98 (Checkpoint Charlie) ist am 21.08.2019 abgelaufen.  Der Redakteur Patrick Goldstein berichtet, dass eine Gruppe von Kreativen um den ehemaligen Kulturstaatssekretär Tim Renner eine Stellungnahme eingereicht hat, die auch einen alternativen Planungsvorschlag mit mehr Freiflächen und die Installation von zwei Panzern vorsieht. Bis zum Nachmittag des 21. August sind insgesamt 22 Stellungnahmen bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen eingegangen, die nun in einen Abwägungsprozess eingespeist werden.

In dem Artikel kommt auch der Leiter der Stiftung Berliner Mauer, Prof. Axel Klausmeier, zu Wort, der das auf der Gemeinbedarfsfläche geplante „Museum des Kalten Kriegs“ betreiben soll. Genau wie das „Team Renner“ spricht sich auch Herr Prof. Klausmeier für „viel Freifläche“ aus, weist aber auch darauf hin, dass die rechtskräftige Festsetzung des Bebauungsplans bis Februar 2020 keinesfalls gefährdet werden darf.

Artikel in der Berliner Morgenpost vom 21.08.2019 (Online-Version)

 

Nach Kreativ-Workshop: Wie könnte die neue Gestaltung des Checkpoint Charlie aussehen? | von Nikolaus Bernau

Mit kleiner zeitlicher Verzögerung, die auf die „Pressepolitik“ des Workshop-Veranstalters Tim Renner zurückzuführen sein dürfte, berichtet der für Architektur und Stadtplanung zuständige Redakteur Nikolaus Bernau über den Kreativ-Workshop vom vergangenen Wochenende. Herr Bernau weist darauf hin, dass weder Vertreter der „offiziellen“ Kulturpolitik und des Bezirks, noch Anwohner eingeladen wurden. Eine Dokumentation der Workshop-Ergebnisse liegt nicht vor, so dass bisher nur einige „Eckpunkte“ wie bewegliche Besuchertribunen, eine Kunstaktion mit zwei Panzern, die Sperrung der Friedrichstraße für den Durchgangsverkehr sowie die Reduzierung der Flächen für den Wohnungsbau  und für das „Museum des Kalten Kriegs“ bekannt geworden sind. Abschließend weist Herr Bernau darauf hin, dass die Intervention von Herrn Renner dazu führen könnte, dass der neue Bebauungsplan scheitert. In diesem Fall könnte der Investor „Trockland“ deutlich mehr Baumasse realisieren.

Artikel in der Berliner Zeitung vom 15.08.2019

Intervention von zwölf Kulturschaffenden – Streit um Pläne am Checkpoint Charlie | von Ralf Schönball

In diesem Artikel beschreibt der Autor Ralf Schönball zunächst inhaltliche Aspekte der beim Wochenend-Workshop entwickelten Ideen, die auf interaktive Inszenierungen statt auf die bisher vorgesehene konventionelle Museumspädagogik setzen. Es folgt ein Rückblick auf das bisherige Planungsverfahren, das mit der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplans gerade in den Endphase eintritt. Der Ausrichter des Workshops, Ex-Kulturstaatssektretär Tim Renner (SPD), hat es sich zum Ziel gesetzt, diesen Bebauungsplan kurz vor Toresschluss zu stoppen. Diese Strategie birgt allerdings die Gefahr, dass bei nicht rechtzeitiger Festsetzung des Bebauungsplans eine Investorenarchitektur ähnlich wie auf den benachbarten Grundstücken entsteht. Das wollen die Teilnehmer des Workshops eigentlich verhindern, wenn sie mit ihrem „C-Plan“ die materielle Verwertung der Grundstücke für nachrangig erklären und eine am Gemeinwohl orientierte Nutzung fordern.

Artikel im Tagesspiegel vom 12.08.2019    (Online-Ausgabe)

 

Auf der Suche nach einem Neustart am Checkpoint Charlie | von Ralf Schönball

Der Tagesspiegel hatte am 08.07.2019 einen Gastartikel von Tim Renner zum Stand der Neubauplanung am Checkpoint Charlie veröffentlicht, in dem der ehemalige Kultur-Staatssekretär u.a. eine kritische Auseinandersetzung mit dem vorliegenden Bebauungsplanentwurf gefordert hat. Der mit der „Causa Checkpoint Charlie“ befasste Redakteur Ralf Schönball berichtet nun über einen Workshop, bei dem auf Einladung von Herrn Renner 12 Kunst- und Kulturschaffende „Ideen zum Bespielung des Checkpoint Charlie“ entwickelt haben. Die Workshop-TeilnehmerInnen fordern einen „Plan C“, der sich nicht wie der derzeit ausgelegte Bebauungsplanentwurf „1-98“ an politischen und kommerziellen Interessen orientiert, sondern die Wünsche der Bürgerinnen und Bürger in den Mittelpunkt rückt. Die sicher gut gemeinte Aktion des „Rates der Zwölf“ birgt allerdings die Gefahr, dass das laufende Bebauungsplanverfahren torperdiert wird und im ungünstigsten Fall eine flächenmaximierte Bebauung nach § 34 Baugesetzbuch realisiert wird.

Artikel im Tagesspiegel vom 12.08.2019  (Printausgabe)

Forderungen für mutige Planung am Checkpoint Charlie | Gastbeitrag von Tim Renner

Der Autor, von 2014 bis 2016 Staatssekretär in der Berliner Kulturverwaltung, plädiert in seinem Gastbeitrag für die Erarbeitung neuer Planungsideen am Checkpoint Charlie. Sowohl die bisherige Investorenplanung der Trockland-Gruppe als auch der aktuell ausgelegte Bebauungsplanentwurf werden der Besonderheit des Ortes in keinster Weise gerecht. Auch das geplante Museum des Kalten Kriegs, dessen Thematik laut Herrn Renner bereits in mehreren Museen ausführlich dargestellt wird, trägt nichts zur Verbesserung der Situation bei. Was hier nach Aussage des Autors fehlt, ist eine Idee, wie man Berlin als „Hauptstadt der Freiheit“ an diesem besonderen Ort darstellt. Diese Frage werden weder die in die Planung involvierten Senatsverwaltungen noch Immobilieninvestoren beantworten können. Der Autor plädiert dafür, Künstler und andere Visionäre mit der Entwicklung kreativer Ideen zu beauftragen, die dann Ausgangspunkt für einen neuen Bebauungsplan sein sollten.

Artikel im Tagesspiegel vom 08.07.2019

Debatte um den Checkpoint Charlie: Privatinvestor kritisiert Senatspläne | von Elmar Schütze

Der Artikel beginnt mit dem Hinweis, dass Heskel Nathaniel, der Geschäftsführer des Investors Trockland, der Berliner Zeitung kein Interview geben wollte. Es war aber nach Präsentation des aktuellen Planentwurfs beim „Bürgerdialog“ am Checkpoint Charlie klar, dass Trockland „not amused“ ist, da wesentliche Teile der bisherigen Planung (insbesondere das Hard-Rock-Hotel) nicht umgesetzt werden können. Der Redakteur zeichnet in kurzen Worten den Projektablauf seit 2015 nach und weist auch auf die Auslegung des Planentwurfs ab 1. Juli bis 2. August hin. Sowohl in den Räumen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen als auch online können die Bürgerinnen und Bürger Stellungnahmen zum Bebauungsplanentwurf abgeben.

Artikel in der Berliner Zeitung vom 22.06.2019   (Onlineversion)