Checkpoint Charlie: Ein Erinnerungsort muss sein | Gastbeitrag von Thomas Flierl, Theresa Keilhacker und Christoph Sommer

In diesem „Zwischenruf zum laufenden Beteiligungsverfahren“ befassen sich die Autor:innen mit der aktuellen Situation am Checkpoint Charlie. Seit dem Beginn des „Dialogverfahrens Checkpoint Charlie“  und dem Abschluss des Kaufvertrags für die zwei Grundstücke, auf denen laut Bebauungsplan 1-98 ein „Bildungs- und Erinnerungsort“ (östlich der Friedrichstraße) bzw. ein „Stadtplatz“ (westlich der Friedrichstraße) entstehen sollen, besteht erstmals seit Vorlage des „Gesamtkonzepts zur Erinnerung an die Berliner Mauer“ in 2006 die Chance, für diesen weltweit bekannten Ort ein Gesamtkonzept zu entwickeln, mit dem „Geschichtsvermittlung an diesem Ort für die vielen Touristen und Berliner bestmöglich gelingt“. Aufgrund des für das Dialogverfahren vorgesehenen engen Zeitrahmens wird es nach Ansicht der Autor:innen schwierig werden, im breiten Themenspektrum auch die Punkte Denkmalschutz sowie Kultur und Bildung ausführlich zu diskutieren. Der inhaltliche Schwerpunkt des Dialogverfahrens liegt auf den „räumlichen Szenarien“, die bei Auftaktveranstaltung präsentiert wurden (siehe Dokumentation Dialogverfahren Checkpoint Charlie auf „meinberlin.de„) . Die Autor:innen präferieren die Szenarien „Relief“ und „Projektion“, die beide eine der wenigen noch erhaltenen „Wunden des zweiten Weltkrieges“ im Stadtraum „lesbar“ halten. Angesichts der großen Bedeutung dieses Ortes fordern die Autor:innen für die Gestaltung des Checkpoint Charlie einen Wettbewerb nach den Richtlinien für Gestaltungswettbewerbe.

Gastbeitrag im Tagesspiegel vom 30.11.2022 (Online-Ausgabe)

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